Review Thule EuroRide 940

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keks
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Review Thule EuroRide 940

Beitrag von keks » Mo 4. Jul 2016, 20:24

Vorwort

Ich hatte schon per Whatsapp nachgefragt, ob an diesem hier Interesse besteht... Da es doch Interessierte gibt, kommt hier mal ein Review über etwas, was mit Airsoft nichts zu tun hat. Vorweg möchte ich gleich sagen, dass mir der Gedanke das Review zu schreiben, leider manchmal abhanden gekommen ist - und deswegen auch einzelne Fotos fehlen, wie z.B. das Auspacken des Kartons oder auch die erste Anprobe mit Fahrrädern am Auto.
Nun denn...


Der Weg zum Träger für die Anhängekupplung

Kommen wir also zum Thema. Wie fängt man ein Review über einen Fahrradträger an? Am besten natürlich, mit dem warum. Warum kauft man sich für mehrere hundert Euro einen Träger, der das Auto aerodynamisch macht, wie eine Schrankwand? Weil es das bessere Übel ist. Warum ist recht schnell erklärt:

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Welche Möglichkeit hat man, um seine Fahrräder mit in den Urlaub zu nehmen? Das Dach. Aber so schön auch bei, in meinem Fall, BMW mitgedacht wurde und ich meine Dachhalter von der vorherigen E36 Baureihe auf das neuere E46 Modell mitnehmen und ich sie weiternutzen kann - Es ist nicht das Ei des Columbus.
Guckt man sich z.B. meine Dachträger Konfiguration an, so ist dort eigentlich nicht viel Platz. Genauer gesagt, in dem Fall, Platz für ein Surfbrett mit Mast und ein Fahrrad. Das mag für den Singleausflug ans Meer reichen... Aber ich denke mal ganz frei, meine bessere Hälfte wäre von der Idee nicht angetan, wenn ich sie im Urlaub zu Hause lasse. ;) Möchte ich dieses nun erweitern, bleibt das Surfbrett zu Hause, um Platz für einen weiteren Fahrradträger zu machen - Gut, das wäre zumindest nicht sauer, dass es nicht mit in den Urlaub darf. ;D

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Mag der Dachträger dann im "Standby" noch recht flach sein... ändert sich das dann, sobald man die Verstrebung für den Fahrradrahmen aufstellt.

Und hier haben wir das größere Übel. Zum Einen die Fahrtgeräusche. Während das Surfbrett (seitenverkehrt, also Unterseite nach oben) noch recht aerodynamisch ist - hat man, mit geöffnetem Schiebedach, mit Fahrrädern auf dem Dach eher das Gefühl, man würde einen Lkw vom Schrotti fahren und wäre auf der Suche nach "Alteisen! Alte Öfen!" schon recht erfolgreich gewesen.
Zum Anderen: Die Aerodynamik. Anhand des verglichenen Verbrauchs - grausig. So muss mein Auto mit Fahrrädern auf dem Dach eine Aerodynamik haben, als müsste er einen imperialistischen Sternenzerstörer vor sich herschieben - und nebenbei den Kartoffelacker von Bauer Müller mit dem Pflug bearbeiten.
Und zum Schluss: Was wiegt ein Fahrrad? 5kg? Und das jedesmal auf das Dach wuchten und dort fest bekommen - Nein, danke.

Nun gut, dies ist ja nun vorbei...


Andere Alternativen? Gibt es noch ein paar.

So z.B. ein Anhänger, denn man zum Fahrradtransport modifiziert. Nachteilig daran, man kann nur 80km/h (oder maximal 100km/h) schnell fahren. Und benötigt dann, z.B. am Urlaubsort einen Stellplatz für den Anhänger.

Andere Alternative - Ein Träger für die Heckklappe.

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Allerdings hat man hierbei ziemlich oft Verletzungen am Lack, durch die Befestigung in den Spalten der Heckklappe. Genauso wie ich es (persönlich) nicht so berauschend finde, das Fahrrad dann ziemlich dicht am Auto zu haben. Der Träger ist dann ggf. nicht zu 100%ig fest und dann bremst man, lenkt man... Das Ergebnis ist relativ leicht zu erahnen.


Jetzt wollen wir aber immer noch die Fahrräder mit in den Urlaub nehmen. Leihfahrräder kosten ja teilweise in Urlaubsgebieten richtig Geld. Also muss eine Lösung her...

Nun haben wir doch aber den feinen Harken da hinten am Auto hängen... Welch Zufall... Gibt s da nichts von Ratiopharm? Nein, aber (u.a.) von Thule.


Der Thule EuroRide 940 (oder: die Suche nach dem heiligen Gral)


Thule wird ja sicherlich vielen oder fast allen ein Begriff sein. Auf die weit ausschweifende Firmengeschichte von Thule möchte ich deswegen hier auch mal verzichten. Komm ich lieber gleich zum Träger. Und zur Frage, warum es als erster Träger gleich ein Thule sein muss.

Der Markt an Fahrradträgern für die Anhängekupplung ist seit einiger Zeit gut ausgefüllt. Man könnte fast sagen, überfüllt. Und dann steht man irgendwann vor dem Problem: Welchen soll ich denn nun kaufen? Einen teuren Thule/Westphalia oder doch lieber den günstigen Unitec? Oder Vielleicht den Träger von Eufab, der in der Mitte liegt? Und dann kommen noch die ganzen Baumärkte und anderen Geschäfte und bieten ihre Hausmarketräger Wort wörtlich für ein Apfel und ein Ei an, nach dem Motto "Unserer ist zwar nicht der stabilste, dafür kostet er aber nur 119 Euro und sie bekommen noch einen zusätzlichen Halter für ein drittes Fahrrad dazu!" (Real vor einigen Wochen).

Hat man diese Hürde dann gemeistert, kommen die nächsten: zwei Fahrräder? Drei? Vier? Nachrüstbar? Starr oder abklappbar? Was für Zubehör gibt es, grade in Richtung Abschliessbarkeit hin.

Sicher leben wir heute in der Welt von Google und dutzenden Foren und Youtube-Tests und und und... Und ja, auch der ADAC und Autobild hat mal Fahrradträger für den Schweineharken getestet.
Aber am Ende steht man wieder alleine da. Beim ADAC hat der Westphalia gewonnen, dafür durften die ihre ADAC Aufkleber auf den Karton kleben. Der ATU Vertreter glaubt eh nur an seine Artikel und seine Hausmarke. Beim Toom könnte man sich auch genauso gut mit dem angrenzenden Schraubenregal unterhalten, so gut und fachlich ist die Beratung. Der Youtube Onkel mit dem Namen "Bernies krasse Outdooraktion", der sich grade einen teuren Thule gekauft hat - der wird euch genauso wenig erzählen, dass er Mist gekauft hat.
Man steht also wirklich alleine da. Einzig Bekannte/Kollegen, die auch mal einen Träger hatten/haben, können vielleicht noch Tipps geben. Dummerweise beziehen sich diese dann aber meist auf Modelle, die es seit Jahren nicht mal mehr in Uganda zu kaufen gibt... Allein allein... Hilft nur das Bauchgefühl und ein wenig Materiallkenntnis, was man so als Handwerker hat...

Es soll also ein Träger sein, für zwei Fahrräder, abklappbar und vorallem abschliessbar. Das sollte zu finden sein. Und dann fing das rumgefinger an.

So beispielsweise am günstigen (wobei auch billig hier trifft) Unitec Alu Atlas, dem von Real. Abklappbar - schon. Aber die Scharniere sahen aus, als würden sie das ganze nur dreimal mitmachen. Abschliessbar - Theoretisch. Wenn man die Fahrräder mittels Fahrradschloss am Träger abschliesst. Und zu guter Letzt: Die Befestigung auf dem Kugelkopf. "Ziehen sie die Schraube mit 70Nm fest.". Wunderbar. Der Drehmomentschlüssel wollte schon immer mal mit in den Urlaub. -.-

Also weiter gesucht. Und gesucht. Und an Trägern rumgefingert. Und eigentlich lag schon die Firma fest: Thule.

Die Thule Träger erschienen/erscheinen mir als wirklich am weitesten ausgereift. Befestigung mittels speziellen Knebels, diverses Zubehör vorhanden, das Material fühlt/e sich gut an... Nur eigentlich zu teuer. Also weitersuchen. Oder?

Wie der Zufall es wollte, gibt es bei Thule ein neues Modell für den Einsteigerbereich. Somit ist der EuroRide940 nicht mehr das Geilste im Hause Thule - und wird günstiger.


Ein paar Fakten

Bestellt haben wir ihn dann bei Kfzteile24.de (sehr schöner Shop, kann ich schon seit mehreren Jahren empfehlen). Dort hat er 219 Euro gekostet. Wer ihn dort sucht, hier ist der direkte Link:
https://www.kfzteile24.de/artikeldetail ... =2350-4894
Er bietet Platz für zwei Fahrräder bis 28 Zoll und bringt ein nettes Eigengewicht von 14kg auf die Waage. Beladen werden kann er mit zusätzlichen 40kg, was dann zusammen ein Gewicht von 54kg ergibt. Hierbei sollte man die Stützlast das Anhängekupplung im Hinterkopf behalten, denn es gibt ja auch Modelle, die nur 50kg haben! Ob die 40 kg dann auch vom Platz her ein E-Bike mitnehmen, kann ich nicht probieren. Vorstellbar wäre es. Ich denke mal, keiner hier wird sich wirklich für die Ausmasse interessieren, darum gleich zum nächsten Punkt, denn es zu beachten gibt: Der Abstand zwischen den Schienen beträgt 17 cm. Wer also zwei Honda Goldwing transportieren möchte, ist hier leider falsch. Auch läßt er sich nicht um ein drittes Fahrrad erweitern. (Es gibt aber auch vom Euroride aus dieser Generation einen Träger, der auch drei Fahrräder transportieren kann, der Euroride 943. Auch dieser ist momentan, durch den Wechsel auf s neue Modell bei Thule, relativ günstig zu bekommen.) Für den Stromanschluss steht der Standardstecker in der 13poligen Ausführung zur Verfügung.

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Alles in allem ist der EuroRide940 ein handlicher und kompakter Träger.


Der Zusammenbau


Entscheidet man sich für den EuroRide940, bringt der Postbote ein grosses, schweres und unhandliches Paket (und wird euer Freund, wenn er damit in den dritten Stock muss). Darin kommt der Träger in grobe Baugruppen vormontiert und eine Menge Kleinkram (wie auch eine ABE! Nicht wegschmeissen!!!).

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Es gibt eine nette Anleitung zum Zusammenbau. Allerdings muss ich sagen, dass der Zusammenbau recht intuitiv abläuft. Nettes Gimmick: Es wurden selbstsichernde Muttern verbaut.

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Hier ist schon die hintere Stütze montiert und die Schiene wurde bestückt.

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Die Aufnahmen für die Fahrradreifen.

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Hier nochmal, etwas dichter dran. Auf der Metallschiene kann man die ABS Aufnahmen, je Seite, an zwei Positionen befestigen. Die Gurte zum festzurren des Reifens gehören zum Lieferumfang.

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Die Kabelführung der Leuchtenleitungen erfolgt unter dem Träger mittels Kabelbindern. Ebenfalls ein nettes Gimmick: Es sind grau/weisse und schwarze im Lieferumfang enthalten, um sie unauffällig an den verschiedenen Trägerfarben zu befestigen.

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Der Kennzeichenhalter. Die Befestigung erfolgt, wie heute fast überall üblich, mittels Klipsen. Unten wird das Kennzeichen eingeharkt und oben "verklipst". Es hält super.

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Im Lieferumfang sind insgesamt vier Klipse enthalten. Je zwei für verschiedene Nummernschildgrößen. Über dem Kennzeichen kann man die beiden Löcher erkennen, die für höhere Kennzeichen da wären. Meins ist ein normales, wie ich es auch im Auto habe. Diese gibt es günstig im Internet, je nach Anbieter auch schon als "Kennzeichen für Fahrradträger". Auch wenn ich da keinen grossen Unterschied gesehen habe, von den Maßen. (Bei Bedarf kann ich gerne auch noch gucken, wo wir unsere Kennzeichen nun her hatten.)


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Diesen Minuspunkt gibt es aber trotzdem (oder grade von mir, als Handwerker): das ist das beigelegte "Werkzeug". Dem Inbusschlüssel möchte ich hier nicht zu nahe treten, immerhin passt er. Aber was sich Firma Thule bei diesem "Knochen" gedacht hat, entzieht sich jeder Vernunft. Ein grobes Stück Metall, ein paar Ausstanzzungen und schwarzer Lack. Absolut unhandlich. Was ich aber daran, an beiden, schlimmer finde, ist der Punkt, der oben schon erwähnt wurde: damit soll man bei achter Gewinde selbstsichernde Muttern verschrauben. Und dass dann selbstverständlich auch fest. Dazu bekommt man mit den Beiden nun wirklich absolut keine Kraft... Also lieber eigenes Werkzeug zur Hand nehmen. ;)


Der Zusammenbau lies sich ohne Probleme in knapp 20 Minuten bewerkstelligen.


Der Anbau


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Nach der Montage der abnehmbaren Anhängekupplung (in meinem Fall), sitzt der Träger das erste Mal auf dem Kugelkopf. Hier ist der angenehm grosse Knebel zu sehen, mit dem der Träger an der Kupplung festgezogen wird. Es geht (nicht nur mir) sehr gut von der Hand. Der Knebel kann abgeschlossen werden, um den kompletten Träger gehen Diebstahl zu sichern. Zu dem Schloss gehören drei Schlüssel. Diese passen auch noch an anderer Stelle, aber dazu dann später mehr.

Allerdings kam dann die grosse Frage: Wie bekomme ich das Ding jetzt gerade? Ich kann doch nicht ernsthaft jetzt mit der Wasserwaage da doof rumstehen und messen?!

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Die Wasserwaage kann aber zum Glück zu Hause bleiben. ;) Beim Anziehen des Knebels, zieht sich der Träger automatisch in eine fast waagerechte Position. Hier ist er übrigens in der normalen Position zu sehen.

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Einzig nach der ungefähren Ausrichtung hinter dem Auto muss man selbst gucken, sprich der Abstand auf beiden Seiten zur Stossstange. Dieses lässt sich aber mit Augenmaß sehr gut bewerkstelligen. (Oder aber, ich habe ihn von vorn herein jedes Mal so gut angesetzt, dass er sich theoretisch auch hier selbst ausrichtet, es aber bei mir nicht musste. :mrgreen: )

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Und einmal in abgeklappter Position. Dieses ermöglicht den Zugang zur Heckklappe, trotz montiertem Träger. Feste Träger haben dieses Gimmick nicht.

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Der Abklappmechanismus ist auch recht einfach/bedienerfreundlich gehalten. Diesen schwarzen Schieber dreht man zur Seite...

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... um dann an dem schwarzen Griff zu ziehen und in der Zugbewegung auch gleich den Träger abzuklappen. Zurück geht s dann wieder genau so leicht.


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Der Vorteil des 13 poligen Steckers... Die Anhängererkennung funktioniert. (Für die, die noch nicht so viel mit Anhängern zu tun hatten: Die Anhängererkennung dient dazu, dem Auto zu signalisieren, dass ein Anhänger angehängt ist und schaltet dann nur die Nebelschlussleuchte am Anhänger ein, nicht aber am Zugfahrzeug.) An und für sich eine tolle Sache, bedenkt man doch mal, wieviel reflektierende Dinge man am Fahrrad doch verbaut hat...

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Beleuchtung links, mit Rücklicht mit Bremslicht, Blinker, Reflektor und Nebelschlussleuchte.

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Und die rechte Seite, mit dem Rückfahrscheinwerfer, Reflektor,Blinker und Rücklicht mit Bremslicht.

Wie man auf dem seitlichen Bild oben gut erkennen kann, reicht die Verkabelung mit Stecker, welche übrigens steckerfertig geliefert wird, noch eine ganze Ecke weiter, als bei mir benötigt. So sollte auch sicher gestellt sein, dass Steckdosen erreicht werden, die nicht direkt neben der Kupplung sitzen. In meinem Fall habe ich die überflüssige Leitung einfach mit Kabelbindern am Träger befestigt. So hat man nachträglich immer noch alle Optionen offen.

Der Anbau selbst geht, wenn man es nicht unbedingt zum ersten Mal macht, auch allein gut von der Hand und ist schnell gemacht.


Fahrradmontage


Wie oben geschrieben, ist der EuroRide nicht der Schwertransporter. 17cm zwischen den beiden Schienen kann schon wenig klingen. Wenn man dann vielleicht noch seinen Fuss oder das Pedal im Kopf hat, was sicher allein schon 10cm lang ist... Doch es klappt.

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Ich hatte vor dem ersten Befestigen der Räder auch durchaus bedenken, dass ich mein MTB überhaupt fest bekomme, da es ja schon einen etwas komischen Rahmen hat...

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... aber es lief dann doch recht unproblematisch. Das Hollandrad meiner besseren Hälfte (nein, es ist nicht meins, auch wenn mir die Farbe sehr zusagt :D ), machte hier auch absolut keine Mucken.
Hier kann man auch die beiden Verschraubungen sehen, über die sich die Räder befestigen lassen. Die vordere (äussere) Verschraubung ist auch hier standartmäßig abschliessbar, mit dem selbem Schlüssel, wie der Knebel weiter oben. So kann auch vom abgeschlossenen Träger kein Fahrrad geklaut werden. Ein Gimmick übrigens, was bei anderen Extrageld kostet, da seperates Zubehör. Und diese Möglichkeit war mir schon sehr wichtig.

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Die Pedalstellung kann man hier nochmal gut erkennen. Beide Räder berühren sich übrigens nicht. So kann es auch bei der Fahrt eigentlich nicht zu Kratzern oder Schrammen kommen.



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Als (vorerst) Zwischenfazit, vor der ersten Urlaubsreise mit dem Träger, muss ich sagen, dass ich den Kauf nicht bereut habe. Oder besser die Wahl. Ich hatte ihn jetzt schon ein paar Mal hinten am Auto und dort macht er sich kaum bemerkbar. Auch der Verbrauch steigt nicht spürbar an und im Gegensatz zum Anhängerbetrieb, darf man 130km/h damit fahren. Wenn ich jetzt das rechnen anfange, was mich im kommenden Urlaub zwei Leihfahrräder für je zehn Tage kosten würden, hat man auch das Geld für die Anschaffung und etwaige höheren Spritkosten zügig wieder drin.



Erfahrungen nach Fahrt in den Urlaub und wieder zurück


Die grosse Fahrt nach Fehmarn und zurück liegt nun hinter uns. Dabei hatten wir, wie auf den oberen Fotos auch schon, das Citybike meiner besseren Hälfte und mein MTB.
Und ich kann nun sagen: Der Träger war die absolut beste Wahl! Oder um es mal praktisch angelehnter zu sagen:

130 Km/h auf der Autobahn - mein erster Gedanke war eigentlich nur "Auch du Sch...., da bist du ja beim Elefantenrennen mitten drin und kommst nicht vorwärts!". Aber - Fährt man wirklich einmal mit 120-130 Km/h über die Autobahn, wird man erstaunt feststellen, wie oft man trotzdem auf der linken Spur an gefühlt 3/4 der anderen Verkehrsteilnehmer vorbei fährt.

Netter Nebeneffekt: Ich bin dabei, den Verbrauch von meinem Kleinen, seit einem halben Jahr, zu senken. Als ich ihn gekauft hatte, hab ich alles zurückgestellt... und kam dann mittlerweile auf 8,8 Liter Super im Durchschnitt. (Hier mag sicher mein Firmenwagen eine Rolle spielen. Denn wenn ich die ganze Arbeitswoche über mit einem 75PS Diesel unterwegs bin, möchte ich einfach dann privat doch mal etwas zügiger von der Stelle kommen. Ein anderer, damit verbundener Punkt wäre natürlich auch noch, dass ich einen klassischen Motor habe, ohne Aufladung oder ähnliches und mein Kleiner deswegen die Kraft nun mal auch mit über die Drehzahl aufbringen muss.)
So war ich dann am Ende des Urlaubs, auch trotz der ganzen "Stadtfahrten" auf der Insel, recht überrascht, als der Bordcomputer sagte "8,6 Liter". Wenn ich allerdings auf der Autobahn dann mal auf den aktuellen Verbrauch geguckt habe, lag dieser so bei 4-6 Liter. Das liegt, grad in meinem Fall, nun klar daran, dass man mit 120-130 in einem recht moderaten Drehzahlbereich liegt.
Als direkten Vergleich habe ich noch die Tankanzeige (und auch damit verbunden die Restkilometer mit der Tankfühlung) aus dem Hollandurlaub von vor zwei Monaten im Kopf (nur sieben Tage, ohne Hund) - wo er dann doch öfters mal die 200 Km/h Marke knacken durfte - und wir haben bei fast der gleichen Entfernung ca. 10 Liter mehr verbraucht. Macht so, bei Hin- und Rückfahrt, auch eine nette Ersparnis von ungefährt 26 Euro, je nach Spritpreisen.

Dazu kommt dann auch gleich noch, dass der Träger mit den Fahrrädern aber auch kaum über das Auto geguckt hat.

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Bedenkt man hier, dass mein BMW E46 Touring sogar (ohne Tieferlegung) niedriger ist, wie z.B. der Ford Fiesta JH1 meiner besseren Hälfte, finde ich das äußerst positiv.


Auch im Allgemeinen, während der Fahrt, konnte man sehr gut vergessen, dass man noch zwei Fahrräder im Kofferraum hat.
Hierzu mal meine eigene Konfiguration: BMW E46 Touring, 318i 119PS; Träger mit zwei Fahrrädern; Hund und Gepäck für 11 Tage Urlaub, mit Wetterschutzbekleidung und Strandequipment; laufende Klimaanlage.
Man hat den Träger nicht gemerkt. Sowohl von Beschleunigungswerten her, als auch vom Fahrverhalten und Geräusche hat er auch nicht gemacht. Das Einzige, man sollte sich überlegen ob man in Baustellenbereichen mit verengten Fahrbahnen noch überholt. Oder zumindest lieber vorher mal nachmessen, wie breit das Ganze dann ist. (So hab ich mich tierisch erschrocken... Baustelle auf der A7, 2,1m Breite vom linken Fahrstreifen, alles wie gewohnt - und dann macht der LKW rechts einen Schlenker und aus Gewohnheit mache ich den nach links mit - und sehe dann im Rückspiegel, wie knapp der Platz zwischen Fahrbahnbegrenzung und Fahrradreifen nur noch ist. ;D )
Selbst auf Kopfsteinpflaster, wenn das Auto allgemein komplett durchgerüttelt wird, bekommt man nicht das Gefühl, dass der Träger und die Fahrräder hinten ein Problem bekommen. ;)

Wenn ich mir da die anderen Träger so zum Teil angucke, die da über die Autobahn gefahren werden, da könnte man beim Thule EuroRide schon fast meinen, er gehört zum Auto. (Mein Highlight war ein Alutec Träger, an einem Skoda Yeti, beladen mit zwei normalen Fahrrädern... zuerst zockelte er mit ca. 100 Km/h vor uns her... und der Träger war permanent am Hüpfen. Ebenfalls sahen die Bänder an den Reifen nicht fest aus, so dass sich auch noch die Fahrräder auf der Schiene bewegen konnten. Also mal besser dran vorbei, 30 Km/h Reserve sind ja eh da. Überholt, davor rechts rein, damit er sich mal nen vernünftigen Träger angucken kann - und dann wurden wir mit gefühlt 150-160Km/h überholt... und sein Träger machte dabei Bewegungen, ich habe danach ernsthaft die nächste Zeit damit gerechnet, dass vor uns Fahrräder auf der Autobahn liegen. Aber vom Nummernschild her, hatte der auch nur noch eine Ausfahrt - wer weis... ;D )

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Die Sicht nach Hinten ist durch die Spiegel absolut gegeben. Und auch den Träger und die Räder hat man trotzdem noch im Blick. Was auch grade für das rückwärts rangieren sehr angenehm ist, beispielsweise, wenn man in einer Parkbucht steht.


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Ein Pluspunkt, der mir persönlich auch sehr gut gefällt, dass zwischen den Fahrrädern und dem Heck vom Auto ausreichend Platz ist. So werden ärgerliche Kratzer oder Beulen so gut wie ausgeschlossen.



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Mein Schlussfazit

"Kaufen, marsch marsch!" Ich persönlich finde den Träger einfach klasse. Er macht was er soll - und das macht er wirklich super. Sei es die Stabilität bei der Nutzung, als auch die Montage oder die Gimmicks - Es kann eigentlich nur ein klares "Daumen hoch!" geben. Vom Anschaffungspreis liegt der Träger auch vollkommen in einem Bereich, in dem er glänzen kann. Ganz klare Kaufempfehlung!


(Um im übrigen die Sache mit den Leihrädern zum Schluss zu bringen: ein normales 28er Trekkingbike hätte für drei Tage im Schnitt 16 Euro gekostet. Ein MTB, wobei es das erstaunlicher Weise bei manchen nicht mal als 28er gab, lag schon bei 18-20 Euro für drei Tage. Spinne ich den Faden nun mal weiter und rechne mal naiv zusammen (16+19 Euro für zwei Räder; mal drei, sprich neun Tage; plus ca 26 Euro Spritersparnis) - macht unterm Strich 131 Euro, die man gegenüber dem klassischen Leihfahrrad hat. Und auch wenn das nun einfach nur naiv/optimistisch zusammengezählt und verglichen ist, so erkennt man dann doch recht einfach und schnell den Wert des Trägers. Und damit wird er sich auch relativ zügig wieder "amortisiert" haben. ;) )


Bei etwaigen Fragen, stehe ich, wie bekannt, gerne zur Vefügung. :)







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Re: Review Thule EuroRide 940

Beitrag von keks » Mi 20. Jul 2016, 22:26

Überarbeitet, ergänzt und fertig. Viel Spaß beim lesen. )
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Stahli
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Re: Review Thule EuroRide 940

Beitrag von Stahli » Fr 22. Jul 2016, 01:36

DAS ist fucking ausführlich. Und auf den Bildern noch ohne sexy Folierung :D

Jetzt brauche ich nurnoch: 'n neuen Job, 'ne Freundin (ohne packe ich das Fahrrad einfach auf die Rückbank desselben Fahrzeugmodells) und ein überarbeitetes Bike...
"Choice, the problem is choice" - Neo

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